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Pädiatrie und Allergologie

Kinder und Jugendliche sind mehr als nur kleine Erwachsene und haben deshalb – von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr – ihren eigenen Facharzt, den Pädiater.

Jeder Abschnitt auf dem Weg zum Erwachsenwerden hat seine eigenen Probleme, Sorgen und Nöte. Gleichzeitig ist aber auch jeder Entwicklungsschritt unendlich spannend. Falls einmal etwas schief läuft, Verletzungen oder Erkrankungen vorliegen, wollen wir Babys, Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche als kompetente Ansprechpartner begleiten.

In der Filderklinik behandeln wir fast alle im Kindesalter vorkommenden Krankheiten, dabei wird die Schulmedizin um naturheilkundliche, homöopathische und anthroposophische Medizin erweitert. Wir informieren Sie ausführlich über verschiedene Therapiemöglichkeiten und beziehen Sie als Eltern in den Genesungsprozess Ihres Kindes mit ein. Pädagogische, pflegerische und medizinische Fragen sehen wir als zusammenhängend an und beraten Sie dazu gerne.

Die künstlerische Gestaltung unserer Räume sorgt für eine kinder- und therapiefreundliche Atmosphäre; ein rhythmisch gestalteter Tagesablauf macht den Einbezug technischer Medien weitgehend unnötig.

Allergologie:
Asthma, Neurodermitis, Heuschnupfen, Ernährung

Wenn das Atmen schwer fällt, die Haut juckt, die Nase läuft und die Augen tränen, dann stellt sich die Frage nach Asthma, Neurodermitis und Allergien.

Asthma und Neurodermitis gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Über 10 % der Kinder sind nach wissenschaftlichen Erhebungen davon betroffen. Gleichzeitig haben die Untersuchungen der letzten Jahre gezeigt, dass vor allem Asthma durch eine Lebensweise, die in diesen Untersuchungen „anthroposophischer Lebensstil“ genannt wurde, verhindert werden kann. Hiermit werden biologische/biologisch-dynamische Ernährung, geringerer Antibiotika-Verbrauch, Vermeidung unnötiger chemischer Fiebersenkung sowie späteres und geringeres Impfen genannt. Wenn das Kind dann an diesen Krankheiten leidet, wird schulmedizinisch neben anderen Akutmedikamenten meistens Cortison gegeben. Für viele Eltern ist aber die langwierige Cortisongabe, wie auch die Anwendung von anderen Akutmedikamenten ein Problem. Sie suchen nach Alternativen.

Weil oben genannte Krankheiten dem allergischen Formenkreis zugeordnet werden, z. T. auch allergisch ausgelöst werden, besteht in der Bevölkerung eine große Angst vor Allergien. Beispielsweise sind 30 % der Erwachsenen überzeugt, an einer Nahrungsmittelallergie zu leiden. Aber nur bei 3 % von ihnen (entspricht 0,9 % der Bevölkerung) kann eine Nahrungsmittelallergie tatsächlich nachgewiesen werden. Diese Angst hat auch zu der weit verbreiteten Überzeugung geführt, Kinder im 1. Lebensjahr dürften noch keine Kuhmilch erhalten. Oft denken selbst Ärzte/Ärztinnen, industrielle Säuglingsnahrungen enthielten keine Kuhmilch! Doch die meisten Flaschennahrungen sind reine Kuhmilchprodukte – industriell aufgearbeitet. Wir müssen deshalb in der Filderklinik immer wieder einen schweren, und auch gefährlichen Calcium-Mangel bei so ernährten, nicht mehr gestillten Säuglingen feststellen.

Vielen Eltern ist auch nicht bekannt, dass die in Blut- oder Hauttests nachweisbaren Sensibilisierungen noch lange nicht die Diagnose „Allergie“ erlauben. Bei allergischen Krankheitssymptomen kann eine gute Beobachtung zum Verdacht auf eine Allergie führen. Eine nachgewiesene Sensibilisierung kann diese Verdachtsdiagnose erhärten. Bezogen auf die Angst vor Allergieauslösern findet aber gerade auch in der offiziellen wissenschaftlichen Medizin ein Umdenken statt.

Allergie wird immer mehr als verfehltes Kennenlernen unserer natürlichen Umwelt verstanden. Die angstauslösenden Vermeidungsstrategien werden durch Empfehlungen abgelöst, den Kontakt zum richtigen Zeitpunkt – nämlich zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat, zu beginnen. So wird z. B. die Zahl der Kuhmilchallergisierungen signifikant gesenkt. In unserer Sprechstunde wird gemäß der Vorgabe, die anthroposophische Medizin als eine Erweiterung der sogenannten Schulmedizin um unsere menschenkundlichen, ganzheitlichen Gesichtspunkte zu verstehen, zuerst die „schulmedizinische“ Diagnostik durchgeführt und deren therapeutischen Richtlinien mit den Eltern besprochen.

In einem 2. Schritt wird versuchen wir, die schulmedizinische Therapie durch unsere Medikamente/Anwendungen zu reduzieren oder zu ersetzen. Dabei haben natürlich die Fragen der Lebensführung, Ernährung und Erziehung einen zentralen Stellenwert. Bei hochakuten Phasen dieser Erkrankungen wird auch in der anthroposophischen Medizin schulmedizinische Akuttherapie bis zur Intensivmedizin angewandt.

Wir können immer wieder erleben, dass die ausführliche Elternberatung und kontinuierliche Betreuung der erkrankten Kinder zusammen mit der medikamentösen und auch kunsttherapeutischen (Heileurhythmie, anthroposophische Musik- und Kunsttherapie) Behandlung erstaunliche Erfolge zeigt.

Gleichzeitig ist das Wissen um die aktuellsten schulmedizinisch, wissenschaftlich-universitären Erkenntnisse und unsere langjährige Erfahrung mit einem naturheilkundlichen Ansatz der Garant, die Grenzen unserer Möglichkeiten richtig einzuschätzen.

Oft stellt sich auch bei länger anhaltenden oder wiederkehrenden Bauchschmerzen, die bei Kindern und Jugendlichen sehr häufig beobachtet werden, die Frage nach einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -allergie. Hier kann eine sorgfältige und langandauernde Betreuung notwendig werden, um die wie oben erwähnten seltenen Unverträglichkeiten und Allergien von den viel häufigeren Darmfunktionsstörungen, die z. B. mit Verstopfung einhergehen, und seelisch ausgelösten Beschwerden zu unterscheiden.

In unserer Sprechstunde werden somit die diagnostischen Möglichkeiten der Schulmedizin (Blut- und Hautteste, Lungenfunktion etc.), sowie die therapeutischen durch ganzheitlich naturheilkundliche erweitert oder ergänzt. Falls die ambulanten Möglichkeiten nicht ausreichen oder erschöpft sind, kann dies im Rahmen eines dann nötigen stationären Aufenthaltes intensiviert werden.